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Je nach Winterwitterung bleiben Tausende oder nur Hunderte von nordischen Gänsen hier (hauptsächlich Bläss und Weißwangengänse), auch die Zahl der überwinternden Singschwäne hängt stark vom Wetter ab. In milden Wintern kehren bereits die ersten Brandgänse zurück und viele Graugänse, soweit sie überhaupt weggezogen sind. Februar Die ersten Brutvögel kehren zurück (Kranich, Grau- und Brandgans, Feldlerche). Immer mehr Enten (v. a. Krick‑, Schnatter‑, Spieß- und Pfeifenten) machen Rast auf ihrem Heimzug, ebenso viele Kiebitze. In der zweiten Monatshälfte treffen nach und nach Tausende heimziehender Blässgänse auf ihren traditionellen Rastplätzen ein. Als erste Wintergäste ziehen gegen Monatsende die Singschwäne ab, und als einer der ersten Singvögel in der Feldflur beginnt die Grauammer zu singen.
Ankunft von Rotmilan, Großem Brachvogel, Rotschenkel und Heidelerche. Während die heimischen Kraniche bereits ihre Reviere besetzen und zu brüten beginnen, rasten noch Hunderte von nordischen Kranichen und Goldregenpfeifern und Tausende von Kiebitzen auf den Feldern. Die Zahl rastender Blässgänse erreicht ihren Höhepunkt. Die ersten Graugänse brüten, am Gülper See rufen die Rohrdommeln. In Auwaldtümpeln und überschwemmten Wiesen sind jetzt überall die Gras- und Moorfrösche zu hören. Gegen Monatsende kommen die ersten Rauchschwalben, Weiß und Schwarzstörche, Fischadler, Schwarzmilane und Rohrweihen an, und die nordischen Gänse ziehen ab.
Die ersten Graugansfamilien sind zu sehen, und die Frühjahrsgeneration der Schwalbenschwänze fliegt. Auf dem Heimzug in den hohen Norden rasten zahlreiche Watvögel, u. a. auch der Kampfläufer. Viele Zugvögel kommen jetzt zurück, z. B. Fluss- und Trauerseeschwalbe, Kuckuck, verschiedene Rohrsänger, Braunkehlchen, Nachtigall, Schafstelze und Ortolan. An warmen Tagen sind die ersten Wasserfrösche, Kreuzkröten und Knoblauchkröten zu hören.
Die Graugänse haben jetzt ihre alljährliche Schwingenmauser, während der sie völlig flugunfähig sind. Der elegante Baumweißling fliegt und die ersten Frühsommerlibellen: Spitzenfleck, Kleine Mosaikjungfer und Keilflecklibelle. Die letzten Spätheimkehrer, wie Pirol und Neuntöter, treffen ein; der Wachtelkönig ruft in den feuchten Wiesen. An den Ufern und in Nasswiesen beginnen die Gelben Schwertlilien zu blühen, und an warmen Abenden ist die Luft voll vom Konzert der Wasserfrösche, Nachtigallen, Rohrsänger und Schwirle. Mit der Reife der Flugsamen von Weiden und Pappeln beginnen die Beutelmeisen ihre kunstvollen Hängenester zu bauen.
Zahlreiche Libellen sind jetzt zu sehen: Es ist die Hauptflugzeit von Gemeiner Keiljungfer, Kleiner Königslibelle und Vierfleck; in Massen fliegen die Blaue Federlibelle und die Blutrote Heidelibelle. In der Nähe von Pappeln oder Silberweiden kann man mit etwas Glück den Kleinen Schillerfalter sehen. Während ihre Eltern allmählich wieder fliegen können, werden auch die jungen Graugänse flügge. An den Ufern und Gräben beginnen die Schwanenblumen zu blühen. |
Juli Der Hochsommer ist die Zeit der Schmetterlinge, jetzt fliegen besonders viele Arten. Ansonsten ist dies eine eher ruhige Zeit: Für viele Vögel ist die Brutzeit bereits zu Ende, andere haben inzwischen mit einer zweiten Brut begonnen. Auf dem Gülper See sammeln sich bereits viele Graugänse und die ersten Kraniche, der Durchzug der Limikolen (Schnepfenvögel) aus dem hohen Norden beginnt mit Grünschenkel und Bruchwasserläufer. Die jungen Kraniche und Seeadler werden flügge, ebenso die ersten jungen Weißstörche, und in den Dörfern versammeln sich oft die jungen Rauch- und Mehlschwalben aus der ersten Brut auf Leitungen und Dächern.
Der August ist der Monat der Heuschrecken überall hört man sie jetzt zirpen. Auch viele Schmetterlinge sind noch unterwegs; als einer der spätesten Tagfalter erscheint im Spätsommer und Frühherbst der wunderschön gezeichnete Ockerbindige Samtfalter in den Sand-Kiefernheiden. Die jungen Weißstörche ziehen gen Südwesten oder ‑osten, wenig später gefolgt von den Altvögeln. Die Rast durchziehender Limikolen erreicht ihren Höhepunkt, und am Gülper See treffen immer mehr Graugänse ein, auch einige hundert Kraniche übernachten hier bereits.
Jetzt halten sich besonders viele Silberreiher im Gebiet auf, vor allem am Gülper See, wo mittlerweile an die 10.000 Graugänse versammelt sind; auch viele rastende Limikolen sind immer noch zu beobachten, wie z. B. Sandregenpfeifer, Dunkler Wasserläufer und Zwergstrandläufer. In der zweiten Monatshälfte erscheinen bereits die ersten Saat- und Blässgänse, die mit ihren hellen Rufen zwischen dem tiefen und rauen Geschnatter der Graugänse gleich auffallen. Um diese Zeit sind die Saatgänse unter den nordischen Gänsen noch in der Überzahl. Oktober Die Zeit der großen Vogelschwärme ist da: Zehntausende von Saat- und Blässgänsen und Tausende von Kranichen rasten im Gebiet, dazu viele Hundert verschiedener Enten; der abendliche Einflug der Gänse und Kraniche am Gülper See ist ein überwältigendes Erlebnis. Ein großer Teil der Graugänse zieht jetzt weg, je nach Witterung auch die ersten Kraniche.
Der Zug der Kraniche ist in vollem Gang, an sonnigen Tagen sind immer wieder ihre klangvollen Rufe zu hören. Zahlreiche nordische Mäusebussarde (sowie einzelne Raufußbussarde und Kornweihen) suchen auf Feldern und Wiesen nach Mäusen, und die ersten Singschwäne rasten auf dem Durchzug, während viele nordische Gänse schon wieder weiterziehen in mildere Gegenden weiter im Westen. Auf dem Gülper See rasten hunderte von Enten in zahlreichen Arten, besonders Reiher‑, Tafel‑, Schell- und Pfeifenten. Dezember Kornweihen und Raubwürger sind jetzt (und auch weiterhin den ganzen Winter) regelmäßig zu beobachten. Auf den überschwemmten Wiesen (oder auch auf den Rapsfeldern) erscheinen die ersten überwinternden Singschwäne, dazwischen manchmal auch die viel selteneren Zwergschwäne. |