10.10.2017: Sonst rasten um diese Zeit immer wenigstens 50.000, oft sogar (zumindest kurzzeitig) über 100.000 nordische Gänse (Saat- und Blässgänse) in der Region und übernachten auf dem Gülper See. In diesem Herbst waren es „nur“ maximal etwa 20 30.000 Ende September, und die Zahl geht inzwischen schon wieder zurück. Eine Erklärung könnte die Verlagerung von Rastplätzen oder Zugwegen sein; eine andere, dass viele Gänse noch auf den Rastplätzen im Baltikum bzw. in Karelien ausharren und auf günstiges Zugwetter warten. Bei den Kranichen sieht es ähnlich aus: Nachdem Anfang des Monats kurzzeitig bis zu 10.000 auf dem See übernachteten, sind es inzwischen kaum mehr als 3.000. Da bislang der Abzug noch nicht begonnen hat (erst gestern wurde der erste kleine Zugtrupp aus Hessen gemeldet) und der Wasserstand im See noch niedrig genug ist, ist auch hier die einzige Erklärung eine Umverteilung auf andere Schlafplätze. Ein Grund dafür könnten Störungen sein mir wurde von einer Fotografin berichtet, die sogar so dreist war, in den See zu waten, um die Kraniche zu fotografieren, und sie dabei aufscheuchte!
21.11.2017: Nachdem in der ersten Oktoberhälfte erstaunlich wenig nordische Gänse und Kraniche in der Region gerastet hatten, sind Mitte des Monats doch noch etliche nachgekommen; bei den Gänsen stieg die Zahl noch einmal über 50.000 und bei den Kranichen über 5.000. Der Abzug der Kraniche begann kurz darauf; inzwischen sind praktisch alle weg (jedenfalls in der Umgebung des Gülper Sees), auch die meisten Gänse sind nun weitergezogen in ihre Winterquartiere. Damit ist es spätherbstlich ruhig geworden am See, der nun den vielen hundert Enten verschiedener Arten gehört (v.a. Pfeif‑, Krick- und Reiherenten), daneben auch viele Haubentaucher und die ersten Gänsesäger. Singschwäne machen sich dagegen bisher rar …
29.12.2017: Das sehr milde Wetter hat offensichtlich mehr Bläss- und Saatgänse und (besonders im Süden des Naturparks) Kraniche zum Bleiben animiert als sonst. Wohl aus dem gleichen Grund rasten auf dem Gülper See immer noch viele hundert Enten; nach wie vor dominieren Pfeif‑, Krick- und Reiherenten, aber auch viele Schellenten sind dabei. Auch Seltenheiten tauchen hier immer wieder mal auf; z.Z. sind es vier Bergenten und als ganz besondere Rarität ein Eistaucher, der sich im Bereich der Rhinmündung bereits seit Ende November aufhält. Unterdessen sind nun doch trotz des milden Wetters einige Singschwäne in der Region angekommen; tagsüber findet man sie in kleinen oder größeren Gruppen (meist zusammen mit Höckerschwänen) auf Rapsfeldern äsend; z.B. bei Strodehne oder Schönholz.