03.01.2013: So viele Weißwangengänse habe ich hier um diese Zeit noch nie gesehen: Mindestens 500 sind es, die sich zwischen den über 1.000 Blässgänsen um Gülpe herum aufhalten (meist in der teilweise überfluteten Havelaue).
20.01.2013: Nach der vorübergehenden Frostabschwächung ist es nun erneut kälter geworden, und seit kurzem ist auch wieder der Gülper See zugefroren, ebenso wie schon seit längerem die Überschwemmungsflächen in der Großen Grabenniederung. In der Havelaue, wo nach wie vor größere Flächen überflutet sind, gibt es dagegen noch einige eisfreie Bereiche auch außerhalb des eigentlichen Flusslaufs. Wie immer bei einer solchen Wetterlage konzentriert sich hier nun das Wasservogelleben; neben vielen Stock- und Pfeifenten halten sich allein bei Gülpe mindestens 300 Singschwäne auf, darunter übrigens erfreulich viele Familien. Zur Zeit kann man hier beim genauen Hinsehen auch zwei Zwergschwäne entdecken. Abends kommen noch an die 2.000 übernachtende nordische Gänse dazu. Unterdessen sind auf der anderen Seite des Deichs, in der Großen Grabenniederung, auffallend viele Mäusebussarde zu beobachten, die hier wohl ein reiches „Angebot“ an Mäusen nutzen.
27.01.2013: Der anhaltende Frost hat inzwischen auch in der Havelaue nahezu alle Überschwemmungsflächen zufrieren lassen. Die Singschwäne halten sich zur Zeit tagsüber auf einem Acker südlich von Gülpe auf. Da heute Tauwetter eingesetzt hat und für die nächsten Zeit sehr mildes Wetter angekündigt ist, können die Schwäne wohl bald wieder an die Havel zurückkehren.
29.01.2013: Es ist fast frühlingshaft mild geworden, und der Schnee ist großteils weggeschmolzen trotzdem sind noch alle Stillgewässer und Überschwemmungsflächen zugefroren; so schnell taut das dicke Eis eben doch nicht auf. Und da in letzter Zeit der Havelpegel deutlich gefallen ist, liegen jetzt in der Havelaue große Eisflächen quasi „trocken“, also ohne Wasser direkt auf den Wiesen. Die Gänse und Schwäne, die ja normalerweise schwimmend übernachten, machen aus der Not eine Tugend und verbringen die Nächte nun auf dem Eis. Die Singschwäne, die sich bislang tagsüber bei Gülpe aufgehalten haben, haben sich nun neue Äsungsplätze gesucht und kommen erst abends in die Gülper Havelaue. Unterdessen haben sich in den Wiesen zwischen Gülpe und Parey mindestens 30 Mäusebussarde versammelt, darunter kann man auch immer wieder den einen oder anderen Raufußbussard entdecken.
03.02.2013: Lang hat’s gedauert, aber seit gestern ist der Gülper See wieder weitgehend eisfrei. Auch in der Großen Grabenniederung und in der Havelaue (wo der Pegel wieder steigt) gibt es kaum noch Eis; trotzdem sind hier nach wie vor kaum Singschwäne zu sehen. Ob sie tatsächlich so früh schon zu ihrer ersten „Rückreise“-Etappe Richtung Brutgebiet aufgebrochen sind? Immerhin halten sich aber noch ein paar Dutzend im (ebenfalls teilweise überfluteten) Bereich der Dossemündung (nördlich Strodehne) auf.
28.02.2013: Schon wenn ich vor die Tür gehe, sind sie zu hören, und nur ein paar hundert Meter weiter, am westlichen Dorfrand, sind sie auch zu sehen: viele hundert nordische Gänse bevölkern die Havelwiesen bei Gülpe. Auch weiter havelaufwärts und in der Großen Grabenniederung sieht es ähnlich aus etliche tausend sind es allein hier im Bereich zwischen Gülpe und Parey, vor allem Bläss- und Weißwangengänse. Und in der großflächig überfluteten Havelaue südlich Gülpe rasten nun doch nochmal etwa 200 Singschwäne; auch in der Großen Grabenniederung gibt es große Überschwemmungsflächen, die jedoch noch weitgehend vereist sind. Unterdessen sind die ersten Kraniche angekommen, und in Gülpe singt wieder die Haubenlerche.
11.03.2013: Der Winter ist zurück seit gestern liegt eine dicke Schneedecke, und die Temperaturen erreichen tagsüber gerade mal 0°C. Vorhin habe ich einen kleinen Spaziergang gemacht. Irgendwie seltsam, durch tiefen Schnee zu stapfen und dabei eine Goldammer singen zu hören. Die vielen Bläss- und Weißwangengänse haben sich noch nicht vom Wetter abschrecken lassen, obwohl die Nahrungssuche im Schnee (im Schnitt 12 cm) etwas mühsam ist. Zum Glück (für sie) ist er verweht, es gibt also viele Stellen mit nur dünner Schneedecke. Nachtrag 12.3.: Auch Singschwäne (wohl an die 100) rasten immer noch in der Havelaue bei Gülpe. Unterdessen beginnt so langsam die „Entenzeit“ die Zahl der Pfeif-, Spieß- und Krickenten steigt allmählich an.
25.03.2013: Es hat sich wenig geändert nach wie vor herrscht tiefer Winter mit Dauerfrost und um die 15 cm Schnee. Wohl wegen des heftigen Ostwinds ist der Gülper See trotzdem eisfrei. Komplett zugefroren sind dagegen die Überschwemmungsflächen in der Großen Grabenniederung, während in der Havelaue viele noch offen sind. So konzentriert sich hier weiterhin das Wasservogelleben, u.a. immer noch um die 100 Singschwäne zwischen Parey und Gülpe. Beobachten kann man hier übrigens nur zu Fuß, denn der Plattenweg ist wegen der Schneeverwehungen nicht befahrbar!