02.10.2012: Jetzt ist wieder „Hochsaison“. Vor knapp einer Woche kamen die ersten Scharen nordischer Gänse (Saat- und Blässgänse) an, und inzwischen sind es über 50.000, die sich im Gebiet aufhalten und abends zum Übernachten auf den Gülper See kommen, während ein großer Teil der Graugänse bereits abgezogen ist. Bei trockenem und mildem Wetter ruhen auch am Mittag und frühen Nachmittag sehr viele Gänse auf dem See, hier hat man bei entsprechender Geduld gute Chance, auch seltenere Arten wie Kurzschnabel- oder Rothalsgans zu entdecken. Der Wasserstand ist unverändert niedrig, so dass auch die Kraniche regelmäßig ihren traditionellen Schlafplatz bei Prietzen aufsuchen; ihre Zahl liegt mittlerweile über 7.000.
08.10.2012: Die starken Regenfälle der vergangenen Woche haben den Wasserspiegel im Gülper See ansteigen lassen. Die Kraniche kommen nun nicht mehr zu ihrem bevorzugten Schlafplatz bei Prietzen, sondern verteilen sich auf mehrere Plätze entlang des Süd- und Ostufers sowie im Schilf am Westende des Sees, vermutlich auch im Osten beim Küdden. Es sind auch nur noch etwa 3.000, die anderen fliegen vermutlich zum Schlafplatz bei Wöplitz. Unterdessen ist die Zahl der nordischen Gänse, ungewöhnlich um diese Zeit, wieder eher etwas zurückgegangen gerade mal 50 oder 60.000 übernachten zur Zeit auf dem See.
20.10.2012: Auf dem Gülper See hält sich z.Z. ein Paar Kolbenenten auf. Nachdem hier zwischenzeitlich ungewöhnlich wenig nordische Gänse übernachteten, ist ihre Zahl nun doch noch auf deutlich über 50.000 angestiegen, und der abendliche Einflug auf der Nordseite (beim Schöpfwerk am Bärengraben oder etwas weiter westlich) ist wieder gewohnt beeindruckend. Auch Kraniche verbringen noch die Nacht am See, vor allem im Schilf am West- und Ostende. Ein weiterer Schlafplatz liegt im Pareyer Luch, wo z.Z. viele hundert Saat- und Blässgänse und (v.a. nachmittags) über tausend Kraniche sehr schön beobachtet werden können (vom Pareyer Beobachtungsturm oder von der Brücke zwischen Wolsier und Parey aus). Die ersten Kornweihen sind unterwegs, und auch eine Sumpfohreule wurde hier gesichtet.
23.10.2012: Eigentlich müsste ich jeden Tag eine Meldung bringen, so schnell ändern sich die Verhältnisse. Auf dem Gülper See rasten jetzt nicht nur zwei, sondern 12 Kolbenenten. Die Zahl der übernachtenden nordischen Gänse ist nach wie vor hoch (wohl über 50.000), aber Kraniche schlafen hier nun nicht mehr viele, und die beiden noch besetzten Schlafplätze liegen versteckt im Schilf. Viel besser lassen sich die fast 2.000 Kraniche beobachten, die sich immer noch nachmittags im Pareyer Luch versammeln und in der späten Dämmerung in eine wassergefüllte Senke fliegen. Am besten lässt sich das aus dem Beobachtungsturm nördlich von Parey verfolgen.
27.10.2012: Nachdem hier seit etwa zwei Wochen welche durchziehen, hat nun auch der Abzug der im Bereich der Unteren Havel rastenden Kraniche begonnen; keine 1.000 halten sich hier mehr auf. Auch viele nordische Gänse sind westwärts weitergezogen, aber immer noch ist der abendliche Einflug zehntausender Gänse sehens- und hörenswert. Unterdessen kündigen nicht nur die ersten Nachtfröste, sondern auch die ersten Raufußbussarde und Singschwäne in der Großen Grabenniederung den nahenden Winter an.
26.12.2012: Die seit Ende November andauernde winterliche Periode (mit etwas milderen Phasen) scheint erstmal vorbei zu sein; gestern stieg die Temperatur bis auf 11°C. Trotzdem ist der Gülper See bis auf kleine Flächen im Bereich von Zu- und Abfluss noch zugefroren. In der Großen Grabenniederung gibt es dagegen dank steigender Wasserstände bereits wieder größere Wasserflächen, die über 100 (vielleicht auch schon an die 200?) Singschwäne angelockt haben. Auch andere typische Wintergäste lassen sich hier und in der Havelaue jetzt wieder beobachten; neben den „obligatorischen“ Seeadlern auch Kornweihe, Raufußbussard, Sturmmöwe und Raubwürger. In der Havelaue bei Gülpe rastet ein Trupp von etwa 50 Weißwangengänsen, unter die sich auch immer wieder Blässgänse mischen.
31.12.2012: Der Gülper See ist wieder eisfrei; hier konzentrieren sich die Enten momentan in der Nordwest-Ecke; vor dem Südufer schwimmen „nur“ kleinere Gruppen Gänsesäger, Reiher- und Schellenten. Die Singschwäne in der Großen Grabenniederung (inzwischen wohl über 200) lassen sich recht gut von der Pareyer Beobachtungshütte aus beobachten.