01.10.2011: Ein größerer Kranich-Schlafplatz befindet sich zur Zeit in der Jäglitz-Niederung nordöstlich von Rübehorst. Grob geschätzt an die 2.000 Kraniche kommen hier in der Zeit zwischen 18.00 und 19.30 Uhr vor allem aus westlichen Richtungen eingeflogen. Derweil ist im Gülper See das Wasser deutlich gefallen trotzdem übernachten hier nach wie vor keine Kraniche. Offensichtlich wechseln sie ihre Schlafplätze nicht so ohne Weiteres, solange sie nicht gestört werden. Der niedrigere Wasserstand lockt nun aber die letzten Limikolen der Saison an den See, vor allem Alpenstrandläufer und Kampfläufer, vereinzelt auch Kiebitzregenpfeifer und Grünschenkel. Da die zur Zeit zu zehntausenden im Gebiet rastenden Gänse aber über Mittag den See (einschließlich des Südufers) „besetzen“, ist zum Beobachten von Limikolen der frühere Vormittag und der Nachmittag günstiger. Nachtrag: Beim abendlichen Einflug kommt ein erheblicher Teil der Gänse zur Zeit von Ost bis Nordost. Heute Abend kamen mindestens 5.000, wenn nicht sogar 10.000 auf einen Schlag von den abgeernteten Äckern nordöstlich des Sees!
03.10.2011: Anscheinend ist der Höhepunkt immer noch nicht erreicht: Heute dauerte der abendliche Einflug der Saat- und Blässgänse wieder merklich länger als gestern es müssen inzwischen deutlich über 100.000 sein! Wie meistens ist der beste Platz zum Erleben dieses unglaublichen Schauspiels beim Schöpfwerk am Bärengraben, nordöstlich des Sees. Mittlerweile wurden auch die ersten Seltenheiten gemeldet: mehrere Kurzschnabelgänse sowie je eine Ringel- und Rothalsgans. Nachtrag: Am Südufer des Gülper Sees hält sich z.Z. eine junge Ringelgans auf.
04.10.2011: In den letzten Tagen sind die Wasserstände rapide gefallen, und am Gülper See werden die Sand- und Schlickstreifen immer breiter leider zu spät für die Limikolen. Nur noch die letzten Kiebitze und Alpenstrandläufer und dazwischen ein Zwergstrandläufer sind hier zu beobachten. Dafür übernachten jetzt endlich die ersten Kraniche am See - zwar erst etwa 250, aber immerhin.
16.10.2011: Bei der Kranichrast ist wohl der Höhepunkt erreicht (auch der Zug ist bereits in vollem Gange), während die Zahl der nordischen Gänse schon wieder abnimmt. Aber immer noch ist der Einflug zehntausender Gänse am Abend beeindruckend; dafür schlafen immer noch kaum Kraniche am Gülper See. Bei den Schlafplätzen hat es Verschiebungen gegeben während bei Rübehorst wieder weniger Kraniche übernachten, sind es in der Großen Grabenniederung inzwischen wohl über 1.000. Raufußbussarde sind wieder regelmäßig zu beobachten, und vom See werden immer wieder Raritäten gemeldet zuletzt Zwerg- und Rothalsgänse.
28.10.2011: Immer noch rasten weit über 50.000 Saat- und Blässgänse in der Region, und weit mehr als sonst äsen zur Zeit südlich des Gülper Sees. Wie immer bei schönem Wetter halten zahlreiche Gänse am früheren Nachmittag „Siesta“ auf dem See und am Südufer, wo sie bequem aus dem Beobachtungsturm beobachtet werden können. Einen neuen Rekord gibt es bei den Silberreihern - über 150 saßen heute an der Schilfkante entlang des Nordufers. Und die ersten „richtigen“ Vorboten des Winters sind da: Am Nachmittag landeten die ersten Sing- und Zwergschwäne in der Nähe des Südufers. Unterdessen übernachten in der Großen Grabenniederung nach wie vor über 1.000 Kraniche das Sammeln am späten Nachmittag lässt sich sehr schön von der Brücke zwischen Wolsier und Parey aus beobachten.