12.04.2011: „Hochsaison“ in der Großen Grabenniederung. Enten, wohin man schaut! Immer noch sämtliche Gründelentenarten, und bis auf Stock-, Schnatter- und Knäkente zu Hunderten bis Tausenden. Dazwischen erstaunlicherweise immer noch zwei Singschwäne. Der Limikolenzug ist endlich richtig in Gang gekommen mit Kampfläufern, Waldwasserläufern und Grünschenkeln. Auch ein paar dutzend Kiebitze sind noch da, und den ersten brütenden konnte ich entdecken. Rohrweihen patroullieren hin und her, ab und zu schaut ein Seeadler vorbei (ein Altvogel holte sich ein Blässhuhn und flog damit Richtung Süden), alle paar Minuten „wiehert“ ein Rothalstaucherpaar, und im Hintergrund sind immer wieder singende Rotschenkel zu hören. Auch Schilfrohrsänger und Wiesenschafstelze singen, und inzwischen konnte ich bereits das dritte brütende Kranichpaar entdecken. Bei Parey ist seit einer Woche ein singendes Blaukehlchen zu hören an der Unteren Havel eine Seltenheit. Jetzt ist Zugzeit - aber auf dem Heimzug halten sie sich normalerweise nicht so lange auf …
20.04.2011: Jetzt geht es wieder Schlag auf Schlag fast jeden Tag ist eine neue Vogelart aus dem Winterquartier zurück. U.a. Trauerseeschwalbe, Nachtigall, Braunkehlchen und Drosselrohrsänger sind seit kurzem wieder da. In der Grabenniederung geht die „Entenzeit“ allmählich dem Ende entgegen, während sich der Limikolenzug verstärkt; besonders Kampfläufer sind gerade viele zu beobachten. Als besondere Rarität hält sich hier seit ein paar Tagen ein in Spanien beringter Sichler auf, und heute konnten auch zwischen den vielen Lachmöwen zwei Schwarzkopfmöwen entdeckt werden. Am Gülper See halten sich gerade viele Zwergmöwen und Schwarzhalstaucher auf. Unterdessen wurde mit der ersten Gemeinen Winterlibelle die Libellensaison eröffnet.
06.05.2011: Recht früh war diesmal der erste Wachtelkönig zu hören gestern Abend schnarrte er in der Havelaue bei Gülpe. Am Gülper See sind derzeit sehr viele Trauerseeschwalben zu beobachten, während in der Grabenniederung nördlich von Parey (wo das Wasser noch recht hoch steht) immer noch mehrere hundert Gründelenten rasten; nach wie vor sind alle Arten vertreten, besonders viele Krick-, Schnatter- und Löffelenten. Der Zug der Limikolen hat seinen Höhepunkt erreicht; neben Dunklem Wasserläufer und Grünschenkel sind es gerade besonders viele Bruchwasserläufer und inzwischen voll im Prachtkleid Kampfläufer. Viele Libellen fliegen bereits (u.a. Frühe Adonislibelle, Früher Schilfjäger und Falkenlibelle), und diesmal sehr spät Kleiner und Brauner Feuerfalter sind endlich unterwegs.
31.05.2011: Später als sonst und bisher nur vereinzelt sind endlich die ersten Neuntöter zurückgekehrt. Libellen fliegen dafür zur Zeit auffallend zahlreich. Besonders häufig sind Gebänderte Prachtlibelle, Fledermaus-Azurjungfer, Großes Granatauge und Spitzenfleck letzterer ist momentan die mit Abstand häufigste Großlibelle. Mit dem Erscheinen des Baumweißlings und dem Beginn der Blüte von Holunder und Schwanenblume hat der Frühsommer Einzug gehalten.
17.06.2011: Während Neuntöter und Sumpfrohrsänger seltener sind als in den letzten Jahren, ist die Grauammer heuer auffallend häufig. Auch bei den Insekten sind immer wieder solche Schwankungen zu beobachten: So fliegt z.B. der im Vorjahr eher selten zu sehende Braune Feuerfalter dieses Jahr wieder zahlreich (wobei die erste Generation fast schon wieder vorbei ist); auch der Kleine Fuchs ist häufig wie schon lange nicht mehr. Unterdessen ist bei einigen Vogelarten ist die Brutsaison schon wieder vorbei, z.B. bei Kiebitz, Graugans und Graureiher. Die Graugänse haben auch ihre Schwingenmauser abgeschlossen und sind wieder, ebenso wie die Kiebitze, in größeren Schwärmen unterwegs. In der Großen Grabenniederung sind außerdem viele Kraniche und Weißstörche zu beobachten.