03.01.2011: In der Jäglitz-Niederung zwischen Babe und Damerow halten sich zur Zeit tagsüber mindestens 100 Singschwäne auf abgeernteten Maisfeldern auf, die nicht mehr umgebrochen wurden und auf denen offensichtlich noch Reste zu finden sind. Nach dem Einsatz von Eisbrechern ist jetzt das (auch durch Eisversatz verursachte) Hochwasser in der Havel deutlich zurückgegangen.
10.01.2011: Wohl weil es diesen Winter kaum Rapsfelder gibt und dafür viele Maisfelder zwar noch abgeerntet, aber nicht mehr umgebrochen worden sind, sind die Singschwäne diesmal auf solchen Maisäckern zu finden; grob geschätzt etwa 300 sind es in der Dosseniederung zwischen Rübehorst und Buchhorst. Unterdessen ist der Havelpegel zwar zurückgegangen, hält sich aber weiterhin auf hohem Niveau. Der Schnee ist geschmolzen, aber die dicke Eisdecke auf Überschwemmungsflächen und Stillgewässern braucht dazu noch etwas länger …
15.01.2011: Dank Hochwasser und mildem Wetter sind die Überflutungsflächen in der Havelaue großteils eisfrei; der Pegel hat den bisherigen Höchststand dieses Winters überschritten und steigt weiter. Währenddessen treffen viele hundert (wenn nicht tausende) Saat- und Blässgänse aus westlichen Richtungen ein; auch kleine Gruppen Weißwangengänse sind bereits darunter.
16.01.2011: Von wegen „kleine Gruppen“: An die 200 Weißwangengänse halten sich inzwischen an ihrer „Lieblingsstelle“ in der westlichen Großen Grabenniederung auf. Auch etwa 2.000 Saat- und Blässgänse sind mittlerweile dort, während von mehreren Stellen in Norddeutschland starker Gänsezug Richtung Osten und die Elbe aufwärts gemeldet wird. Die weitläufig überschwemmten Niederungen haben auch viele Singschwäne angelockt; vermutlich sind es mehrere 100, die aber in kleinen Gruppen weit verteilt sind.
21.01.2011: Inzwischen übertrifft der Wasserstand der Unteren Havel sogar den Höchstwert beim „Jahrhundert-Hochwasser“ im August 2002 (auf Höhe Gülpe z.Z. um 13 cm), und der Pegel steigt noch. Es ist eine typische Situation in dieser Gegend: Durch das Elbhochwasser gibt es in der Havel einen Rückstau. Vor der Eindeichung der Havelaue und der Verlegung der Havelmündung führte das zu monatelangen Überflutungen in riesigen Bereichen der Havel-, Rhin-, Dosse- und Jäglitzniederung.
30.01.2011: Nach den Frösten der letzten Nächte ist die Große Grabenniederung komplett zugefroren, auch im Gülper See gibt es nur einen kleinen Streifen offenen Wassers. Die Singschwäne und übernachtenden nordischen Gänse (inzwischen auch viele hundert Weißwangengänse) konzentrieren sich daher jetzt auf die eisfreien Flächen in der immer noch großflächig überschwemmten Havelaue, wo seit kurzem auch wieder mehrere 100 Pfeifenten rasten.
16.02.2011: Nach dem Bruch des Rhindeichs bei Rhinow ist die Feldflur nördlich von Rhinow immer noch großflächig überschwemmt und offensichtlich eine besondere Attraktion für Singschwäne über 1.000 rasten hier schon seit mehreren Tagen, dazu auch einzelne Zwergschwäne und in der Umgebung mehrere tausend Bläss- und Saatgänse. Unterdessen sind in der nach wie vor großteils überfluteten Havelaue südlich von Gülpe die ersten Brandgänse eingetroffen.
20.02.2011: Die Fröste der letzten Tage haben dafür gesorgt, dass die (immer noch weitläufig überflutete) Große Grabenniederung erneut fast völlig vereist ist - im Gegensatz zur Havelaue, wo das Hochwasser nur sehr langsam zurückgeht und größere Flächen noch eisfrei sind. Hunderte von Pfeifenten und Singschwänen halten sich hier zur Zeit auf, dazwischen auch der eine oder andere Zwergschwan.
09.03.2011: Das Hochwasser zieht sich nun allmählich von den Havelwiesen zurück aber immer noch sind sie fast zur Hälfte überflutet. Nach den kräftigen Frösten der letzten Wochen sind die Überschwemmungsflächen immer noch teilweise vereist; auch der Gülper See ist erst zu etwa einem Viertel eisfrei. Hier halten sich zur Zeit besonders viele Seeadler auf (mindestens 10, ein anderer Beobachter meldete gestern sogar über 20), die vermutlich tote Fische finden. Auch in der Havelaue ist der Eindruck eher noch winterlich, über 200 Singschwäne halten sich immer noch zwischen Gülpe und Molkenberg auf. Andererseits rasten inzwischen überall auf den Wiesen und Feldern zahlreiche Kiebitze und stellenweise auch die ersten Kraniche.
13.03.2011: Das Eis ist geschmolzen, der Winter ist vorbei, Frühjahrszug und -rast sind in vollem Gange. „In jeder Ecke“ sieht und hört man jetzt nordische Gänse (fast nur noch Bläss- und Weißwangengänse) und Kiebitze. Die noch vorhandenen Überschwemmungsflächen sind voller Enten vor allem Pfeif-, Spieß- und Krickenten, dazu hunderte Schnatterenten und auch schon einzelne Löffelenten. Südlich von Gülpe rasteten zwischen Kiebitzen auch mehrere 100 Goldregenpfeifer, und die ersten Rotschenkel sangen. Als „Nachzügler“ vom Winter harren in den Havelwiesen bei Molkenberg und der Großen Grabenniederung jeweils etwa 30 Singschwäne aus. Unterdessen geht der Havelpegel weiter zurück und liegt bereits niedriger als in der Großen Grabenniederung, wo jetzt (da das Siel an der Mündung des Großen Grabens geöffnet ist) ebenfalls das Wasser abzufließen beginnt.
21.03.2011: Langsam geht das Wasser weiter zurück; es gab lange keine nennenswerten Niederschläge mehr. Trotzdem gibt es in Havelaue und Großer Grabenniederung noch größere Flächen, die „gerade eben“ überflutet sind ein Paradies für die jetzt immer zahlreicher rastenden Enten. Hier sind es vor allem Pfeif-, Spieß-, Krick-, Schnatter- und Löffelenten, während auf dem Gülper See die Tauchenten den „Ton angeben“, hauptsächlich Tafel-, Reiher- und Schellenten. Wenig beachtet, aber durchaus beeindruckend: Viele tausend Lach- und Sturmmöwen übernachten zur Zeit auf dem See. Der Abzug der Blässgänse hat begonnen, aber immer noch sind einige tausend im Gebiet.
29.03.2011: Am Gülper See halten sich immer mehr Silberreiher auf: Mittlerweile sind es über 40 ich kann mich nicht erinnern, um diese Jahreszeit hier schon so viele gesehen zu haben. In letzter Zeit saßen sie immer im Schilf am Westende des Sees, heute waren sie am Ostende, wo sich auch mindestens 11 Seeadler herumtrieben. Die sitzen (auch in der Havelniederung) oft in zuvor überschwemmten Flächen; ich habe den Verdacht, dass es dort noch viele Fische gibt, die entweder die lange Vereisung nicht überlebt haben oder nach dem Rückgang des Hochwassers gefangen waren oder beides. Auch Kolkraben sind zur Zeit überall und viele zu sehen, besonders im „Dunstkreis“ der Seeadler. Auf dem See selbst rasten immer noch viele Tauchenten (v.a. Reiherenten) und Zwergsäger, während die meisten Gänsesäger nun abgezogen sind.
30.03.2011: Der Frühling ist endgültig da zwar gab es in den letzten Nächten immer noch Frost, aber die Tagestemperaturen steigen jetzt doch allmählich an, und heute war allenthalben das „Blubbern“ der Moorfrösche aus den Lachen zu hören. Und es ist wieder „Entenzeit“ viele hundert Enten bestimmen das Bild in der Großen Grabenniederung. Nach der Ankunft der Knäkenten kann man hier jetzt wieder sämtliche Gründelentenarten sehen - außer den Raritäten natürlich :-) Am häufigsten sind gerade Löffel- und Spießenten. Akustisch wird das Geschehen eher von den Graugänsen dominiert, die inzwischen so häufig sind, dass die mittlerweile längst brütenden Paare immer wieder von Nichtbrütern gestört werden fast pausenlos hört man das Gezänk der Ganter. Auch das erste Kranichpaar hat zu brüten begonnen, während etwas weiter östlich mindestens 150 Artgenossen rasten. Unterdessen halten sich in der Havelaue bei Gülpe immer noch etwa 600 Blässgänse und ca. 250 Weißwangengänse auf.