06.07.2010: Der „ornithologische Schwerpunkt“ verlagert sich wieder, wie immer um diese Zeit, an den Gülper See. Während in der Großen Grabenniederung das Wasser jetzt deutlich zurückgegangen ist und die bislang offenen Flächen großteils zugewachsen sind, haben hier die Trauer- und Weißflügelseeschwalben ihre Nester aufgegeben. Unterdessen ist im See der Pegel soweit gefallen, dass am Südufer die ersten Schlickflächen frei werden, gerade recht für den Wegzug der Limikolen, der bereits im vollen Gange ist. Auch Schwarzstörche sind hier immer wieder zu beobachten. Bei vielen Vogelarten (wie z.B. auch beim Fischadler) ist die Brutzeit beendet, und man sieht die flüggen Jungvögel rasten oder umherstreifen.
16.07.2010: Bei den meisten Vögeln ist die Brutzeit vorbei viele flügge Jungvögel bevölkern jetzt die Fluren. Die Jungstörche üben das Fliegen, ebenso die jungen Seeadler, und auf den Wiesen sammeln sich wieder die Kiebitze. Der Hochsommer hat seinen Höhepunkt erreicht, und bei Badewetter sind auch kaum noch Ornithologen zu beobachten. Dabei gibt es durchaus noch interessantes zu sehen, z.B. bei den Libellen: Anders als in den letzten Jahren tritt die Gefleckte Heidelibelle heuer in der Havelaue wieder häufiger auf; sie profitierte vermutlich von den hohen Wasserständen des Frühsommers. In den teilweise mit Krebsschere zugewachsenen Gräben der Hundewiesen sind in den letzten Wochen zahlreiche Grüne Mosaikjungfern geschlüpft: bald werden sie wieder zurückkehren, um sich zu paaren und die Eier abzulegen.
02.08.2010: Der Herbst kündigt sich an mehrere tausend Graugänse haben sich schon wieder am Gülper See versammelt, dazu übernachten hier bereits über 100 Kraniche. Wie auch schon in den letzten Jahren bevorzugen sie die flachen Buchten bei Prietzen. Noch sind sie in „Sommerstimmung“, d.h. wenig ruffreudig, im Gegensatz zu den Graugänsen, die wie immer um diese Zeit den See akustisch beherrschen.
26.08.2010: Bei schon sehr herbstlichem Wetter und reichlich Regen führen sowohl Havel als auch Gülper See viel Wasser. Als Folge davon sind am See zur Zeit weder Limikolen noch übernachtende Kraniche zu beobachten.
05.09.2010: Recht ungewöhnlich um diese Jahreszeit: Immer noch ist die Havel randvoll (und das Wasser fließt durch den Rückstau der Elbe nur langsam ab) ebenso wie der Gülper See, und auch auf Wiesen und Äckern gibt es nach den Niederschlägen der letzten Wochen viele Wasserlachen. Diese können aber recht interessant sein: In einem Acker nordwestlich von Wolsier können in solchen Lachen verschiedene Limikolen (u.a. mehrere 100 Kiebitze) beobachtet werden.
21.09.2010: Inzwischen ist der Wasserstand im See doch deutlich gefallen, und am Südufer sind schmale Schlickstreifen frei geworden. Zum Beobachten von Limikolen nutzt man am besten die Zeiten, an denen die Graugänse nicht das ganze Ufer „besetzt“ haben, v.a. am frühen Vor- und späten Nachmittag. Wahrscheinlich übernachten jetzt auch wieder Kraniche auf dem See, das konnte ich aber noch nicht überprüfen …