18.07.2009: Die „Sommerpause“ ist endgültig vorbei, die Zugzeit ist wieder voll im Gange, und das Vogelbeobachten verspricht besonders am Gülper See Abwechslung. Am Südufer können sich die Möwenkenner zur Zeit im Bestimmen von Großmöwen der „Silbermöwen-Gruppe“ üben (Silber, Steppen- und Mittelmeermöwe). Hier sind auch viele Limikolen zu beobachten, besonders Grünschenkel, Waldwasserläufer und Kampfläufer. Mehrere tausend Graugänse kommen zum Übernachten und teilweise auch mittags zum Trinken, und hinter der Landzunge bei Prietzen verbringen bereits wieder mehrere Dutzend Kraniche die Nächte im seichten Wasser. Dort halten sich noch immer über 10 Silberreiher auf; die meisten davon offensichtlich Altvögel. Nächstes Jahr könnte es spannend werden …
07.08.2009: Wie immer um diese Zeit findet das Rast- und Zuggeschehen jetzt vor allem am Gülper See statt. Neben den jahreszeitlich üblichen vielen tausend Graugänsen übernachten inzwischen wieder über 200 Kraniche, zur Zeit ungewöhnlicherweise am Ostufer direkt vor dem Schilf; hier versammeln sich abends auch bereits wieder über 50 Silberreiher. Durch den niedrigen Wasserstand sind am Südufer größere Schlickflächen freigeworden, gerade recht für rastende Limikolen; neben Wasserläufern (v.a. Grünschenkel, Dunkler und Bruchwasserläufer) inzwischen auch Sichel- und Alpenstrandläufer.
An der Stelle des Erstfundes vom Vorjahr (südwestlich vom Gülper See) konnte ich heute 8 Gemeine Sichelschrecken entdecken die in Ausbreitung nach Norden befindliche Art scheint sich hier also bereits etabliert zu haben.
29.08.2009: Am Südufer des Gülper Sees hält sich zur Zeit zwischen den tausenden Graugänsen auch eine Rothalsgans auf, außerdem bereits seit mehreren Wochen eine "rossicus"-Saatgans und neuerdings auch noch zwei Rostgänse. Die Schlickflächen werden immer größer, besonders vor der Landzunge bei Prietzen. Nach wie vor rasten viele Limikolen am See, immer wieder tauchen neue auf. Die Zahl der übernachtenden Kraniche liegt inzwischen wieder über 500; in letzter Zeit sammeln sie sich oft zunächst an der „üblichen“ Stelle bei Prietzen, um dann in der späten Dämmerung in die Bucht ganz im Südosten des Sees zu fliegen. Auffallend sind in den letzten Tagen auch zahlreiche Braunkehlchen und Schafstelzen auf dem Durchzug.
04.09.2009: Die Rostgänse sind noch da, die Rothalsgans ist weitergezogen an die Elbe. Dafür gibt es seit ein paar Tagen einen anderen seltenen Gast am See: eine junge Schmarotzerraubmöwe. Sie hält sich oft auf der Landzunge in der Mitte des Südufers auf, wo sie vom großen Beobachtungsturm bequem zu beobachten ist.
16.09.2009: Höhepunkt der Zugzeit: Überall sind jetzt ziehende oder rastende Vögel zu beobachten nicht nur am Gülper See. Besonders Kiebitze, Ringel- und Hohltauben, Rauchschwalben, Bachstelzen, Stare und Goldammern bevölkern zur Zeit die Feldflur. Am Gülper See ist bei weiter gefallenem Pegel ständig mit Überraschungen zu rechnen, besonders bei den Limikolen; in den letzten Tagen rasteten dort u.a. ein Sumpfläufer, ein Austernfischer und zwei Knutts. Der Zuzug der Kraniche aus dem Norden verstärkt sich (sie nutzen die Nordostströmung), pünktlich zur Maisernte. Auch die ersten Saatgänse sind inzwischen angekommen.
17.09.2009: Die Tageseinstände der Kraniche wechseln ständig. Zur Zeit lässt sich eine größere Gruppe in den abgeernteten Maisfeldern südwestlich von Spaatz beobachten (am besten von der Straße von Spaatz nach Süden), eine andere im Nordwesten der Großen Grabenniederung (von der Brücke über den Großen Graben, zwischen Wolsier und Parey).
19.09.2009: Das ging jetzt schnell: In den letzten Tagen sind sehr viele Kraniche angekommen. Zum Zählen hatte ich noch keine Gelegenheit, schätze aber, dass es inzwischen bereits mehrere tausend sind. Wegen des extrem niedrigen Wasserstandes übernachten sie nicht mehr an der „traditionellen“ Stelle bei Prietzen, sondern in einer Bucht im Nordosten des Sees, nahe der Rhinmündung. Nachtrag am 21.9.: Auch das wechselt wohl ständig; gestern Abend standen die meisten wieder an ihrer „alten“ Stelle bei Prietzen. Die beste Stelle zum Beobachten des abendlichen Einflugs ist trotzdem wieder das Schöpfwerk am Bärengraben, weil die meisten Kraniche aus dieser Richtung kommen.
27.09.2009: Mittlerweile sind es schon wieder schätzungsweise über 5000 Kraniche, die auf dem Gülper See übernachten. Auch viele Limikolen rasten immer noch auf den ausgedehnten Schlickflächen, vor allem verschiedene Strandläufer, dazu Kiebitzregenpfeifer, Pfuhlschnepfen und Große Brachvögel.