20.04.2009: Seit drei Wochen sonniges und trockenes Wetter und auch im Winter und Vorfrühling wenig Niederschlag kein Wunder, dass die Havelaue praktisch trocken ist und auch der Gülper See einen für die Jahreszeit ungewöhnlich niedrigen Wasserstand zeigt. Unterdessen sind die ersten Langstreckenzieher unter den Singvögeln eingetroffen wie z.B. Klappergrasmücke und Braunkehlchen. Die ersten Graugansfamilien sind am Südufer des Gülper Sees unterwegs, und viele Tagfalter fliegen bereits, wie der Aurorafalter und der Faulbaumbläuling. Der Kleine Feuerfalter ist sogar auffallend häufig, was für die erste Generation recht ungewöhnlich ist.
22.04.2009: Endlich! Nachdem schon seit fast einer Woche Nachtigallen im Internet gemeldet werden, war heute Abend in Gülpe die erste zu hören. Der angekündigte Regen blieb leider aus, nur ungemütlich und kalt war es heute. Auch in der Großen Grabenniederung ist das Wasser deutlich zurückgegangen, aber immer noch gibt es viele flache Lachen, gerade richtig für die jetzt zahlreich rastenden Limikolen. Neben Bruch- und Dunklen Wasserläufern sind es momentan besonders die Kampfläufer, die Männchen zeigen sich bereits im vollen Prachtkleid. Auch viele nichtbrütende Kraniche halten sich hier zur Zeit auf. Bei den Enten geht die Zugzeit dem Ende entgegen die Spießenten sind abgezogen und auch die meisten Pfeifenten, während noch viele Löffelenten hier rasten.
03.05.2009: Neben den „üblichen“ Silberreihern halten sich zur Zeit im Bereich des Gülper Sees auch einzelne Seidenreiher auf, auf dem See auch seit einigen Tagen ein Trupp Schwarzhalstaucher. Die Libellen-Saison hat wieder begonnen, besonders die Gebänderten Prachtlibellen sind jetzt zahlreich zu sehen, und auch einige Kleine Mosaikjungfern sind unterwegs.
20.05.2009: So ähnlich könnte es in der Großen Grabenniederung wohl auch sein, wenn nicht die landwirtschaftliche Nutzung wäre: In der Niederung am Pierengraben (zwischen Jederitz und Havelberg) sind die tiefer gelegenen Wiesen immer noch hoch überstaut neben Rot- und Schwarzhalstauchern haben sich hier mindestens 25 Paare Weißbart-Seeschwalben angesiedelt. Unterdessen ist die Große Grabenniederung wieder weitgehend trockengefallen, nur in den Senken hält sich noch das Wasser. Viele nichtbrütende Kraniche halten sich hier zur Zeit auf. Mit der Holunderblüte hat (phänologisch) der Frühsommer begonnen, dies ist gleichzeitig auch die Flugzeit der schönen Baumweißlinge. Der Spitzenfleck ist in diesem Jahr besonders häufig; sehr auffallend ist auch der starke Einflug der Distelfalter aus dem Süden.
02.06.2009: Nach dem Spitzenfleck erscheint eine weitere Libellenart in diesem Jahr auffallend häufig: die Kleine Königslibelle. Auch die Gebänderte Prachtlibelle fliegt immer noch zahlreich, besonders an der Dosse. Der Havelpegel wird im Gegensatz zum letzten Jahr offensichtlich nur langsam abgesenkt und liegt noch recht hoch, während der Wasserstand im Gülper See für die Jahreszeit relativ niedrig ist; insgesamt war das Frühjahr bisher sehr trocken, daran haben auch die Niederschläge der letzten Woche wenig geändert. Während auf dem Eichberg die jungen Graureiher bereits Flugübungen machen, sind die jungen Störche noch so klein, dass sie so gerade eben zu sehen sind, wenn sie den Kopf heben. Unterdessen halten sich in der Großen Grabenniederung ein paar nichtbrütende Weißstörche auf, die (wie auch schon letztes Jahr) auf den toten Pappeln am Mühlengraben übernachten.
19.06.2009: Für manche Vogelarten ist die Brutzeit zu Ende, wie z.B. für die Kormorane, die sich nun wieder abends auf den abgestorbenen Weidenästen an der Gülper Havel versammeln. Auch die Kiebitze sammeln sich bereits wieder auf den Wiesen, und die jungen Graureiher werden allmählich selbständig.
14.06.2009: Zum ersten Mal sind am Gülper See während der Brutzeit mehrere Silberreiher im Prachtkleid zu sehen. Nun wird die erste Brut wohl auch nicht mehr lange auf sich warten lassen (wenn auch vermutlich kaum noch dieses Jahr). Unterdessen hat der fallende Wasserspiegel am Südufer bereits wieder Sand- und Schlickflächen freigelegt, hier hält sich seit einiger Zeit ein Flussregenpfeifer-Paar auf. Bei ihnen wäre noch eine Brut möglich …